Jessica Wehrli

Von Kindesbeinen an haben mich Pferde fasziniert. Begonnen hat alles sehr klassisch mit Reitstunden auf Schulpferden. Meine Eltern haben uns recht früh die ersten eigenen Pferde ermöglicht und wir waren viel im Gelände unterwegs.

 

Mit 14 Jahren haben ich dann zusätzlich zu meiner inzwischen alten Dame eine Trabestute gekauft, mit Ihr habe ich die ersten Erfahrungen mit der Kutsche gemacht, hatte aber leider keine Ahnung wie man ein Pferd gesund erhält. Meine alte Stute ist an einem sonnigen Morgen auf die Wiese galoppiert und hatte einen Herzinfakt. Kurz danach musst eich mich leider auch von der Traberstute trennen, da Sie arge Probleme mit dem Rücken hatte.

 

Eine Zeit lang habe ich dann Pferde vom Stall mitgeritten und hatte kein eigenes Pferd. Zu der Zeit haben wir einen Wanderritt in Tschechien gemacht und auch viele tolle Erfahrungen mit Pferd erlebt.

 

Durch eine Anzeige hat es mich dann nach Keppeln verschlagen zu einem Schüler von Egon von Neindorff. Hier durfte ich einen Kladruberix Hengst reiten. Durch die Reitstunden habe ich gelernt, dass es nicht nur „Busch“ gibt und wie man Pferde nach den klassischen Grundsätzen arbeitet. Rufus war kein einfacher Hengst, aber ein Besonderer, er hat mir sehr viel beigebracht und mit ihm durfte ich auch Kurse bei Elke Potucek-Puscha mitreiten. Auf dem Neuackershof habe ich das erste Mal eine Piaffe fühlen dürfen und habe unheimlich viel gelernt. Rufus wurde leider damals verkauft und der Hof aufgegeben, so dass ich wieder zu meinem alten Stall zurück bin und dort einen Tinkerwallach ausgebildet habe und Pinot le noir kennengelernt habe, einen Zweibrücker wallach. Damals war ich gerade 18 Jahre alt und habe Pinot nach einer Weile übernehmen dürfen. Durch ihn habe ich weiterhin sehr viel gelernt und musste ihn leider nach 2 Jahren einschläfern lassen, da er einen bösartigen Bauchtumor hatte. In der Zwischenzeit habe ich hin und wieder Problempferde mitgeritten und durch diese Pferde sehr viel für meinen weiteren Lebensweg gelernt

Danach ist meine Gallopperstute Tin Taro in mein Leben getreten, auch diese wurde mir überlassen, da sie nicht ganz einfach war und oft Ihren Vollblutkopf im Weg hatte. Wir haben aber auch unsere Erfolge gehabt, so sind wir nach Holland ans Meer gefahren, haben Wanderritte unternommen und unsere ersten Turniere geritten, sowie an Spassveranstaltungen teilgenommen. Tinny hatte im hohen Alter eine Athrose und hat einen Endplatz in Köln erhalten.

 

In dieser Zeit habe ich mich nach dem Abitur gefragt, wie es weitergeht. Da es etwas mit Pferden sein sollte habe ich mich für den Studiengang „Equine, leisure and Sports“ an der VHL Wageningen entschieden. Der Studiengang beinhaltet Anatomie des Pferdes ( inklusive Sezierstunden), Sport Physiologie, Marketing, CRM, Buisness Analytics, Finance, Fütterung. Also rund ums Pferd.

 

2008 hat es mich durch das erste Praktikum zu Famile Vierhaus verschlagen. Dort habe ich meine ersten Erfahrungen mit Gangpferden, Jungpferden und Bedeckungen machen dürfen. Ich durfte auch einen Galaabend organisieren und habe Einblicke in die Führung eines Pensionsbetriebes erhalten. Unterricht habe ich mit meiner Gallopperstute erhalten und durch die Arbeit von Ellen und Stephan wurde mir weiter klar, dass ich nicht der FN-Sportler bin.

 

2010 habe ich mein Praxissemster bei Pavo Pferdenahrung verbracht. Hier habe ich mein Wissen im Punkto Pferdefütterung vertiefen können.

 

2011 hat es mich dann nach Andalusien verschlagen und ich habe meine Andalusierstute Manchita mit nach Hause genommen. Ein damals 4-jähriges Pferd mit dem ich bis heute so unfassbare viele Dinge erlebt habe. Sie hat mit mir Wanderritte gemacht, die ersten Stunden bei Corinna Hengefeld von equiart, Springstunden, Wanderritte, Working Equitation Turniere usw.

 

Während meines Studiums durfte ich weiterhin Pferde bei Züchtern einreiten, mit Fohlen und Stuten zu Shows fahren und Reitunterricht bei Freunden erteilen und habe somit immer sehr viele verschiedene Pferde reiten dürfen und von jedem etwas dazu gelernt und auch heute noch lerne ich von jedem Pferd dazu.

 

2013 habe ich dann den Reitstall Rahmenhof in Weeze eröffnet. Auch hier habe ich in den letzten Jahren immer wieder sehr viel dazu gelernt und hatte weiterhin Unterricht bei Corinna Hengefeld.

 

Hatte aber irgendwie noch nicht so richtig meinen Weg des Reitens gefunden. Die klassische Dressur macht Spass, aber dennoch brannte mein Herz immer fürs Wanderreiten und vor allem für Reiterrallyes.

 

So kam es, dass ich 2017 mein erstes Working Equitation Turnier bei Gangpferde Vierhaus geritten bin und ich war infiziert, bis heute. Hier vereinen sich Rittigkeit, Schnelligkeit und Vertrauen, wie ich es vorher noch nicht erlebt habe.

 

2018 kam meine Stute Osita zur Familie dazu und auch sie läuft erfolgreich in der Working. Sie war ein Problempferd, welches ich im Studium kennengelernt habe und heute habe ich mit Ihr den Rinderschein geschafft und wir starten in der Klasse L und ich durfte diesen tollen Sport 2020 im Hauptact der Equitana Open Air in Neuss vorstellen.

 

Wir bekommen Unterricht bei Nuno Avelar, Lothar Vriessen und Marion Becker. Marion habe ich durch einen Dualgassen Kurs kennengelernt. Sie ist auch Absolventin der Sybille Wiemer Akademie und darf uns regelmäßig wieder „richtig aufs Pferd setzen“.

 

Durch meine Nachwuchstute Panela, die ich im Alter von 8 Monaten gekauft habe, lerne ich wieder sehr viele Dinge dazu. Sie ist nun 4,5 Jahre alt und macht einen super Job.

 

Man lernt einfach nie aus und es ist unheimlich wichtig, immer wieder rechts und links zu schauen.

 

Ich bin gespannt was der weitere reiterliche Werdegang bringen wird, aber in der Working Equitation habe ich meine Passion und meine Leidenschaft gefunden.